Kopf

Goldfiebertour / 4 Tage

Reguläre Dauer: 4 Tage / 3 Übernachtungen

Teilnehmerzahl: allerhöchstens 4 Leute; mehr nur, falls sich die Teilnehmer schon vorher kannten!

Anreisetag: Eure Anreise erfolgt per Nachtbus (d.h. zeitiges Eintreffen in Santa Elena) oder per Mini-Flieger. Bei Ankunft werdet Ihr von mir abgeholt und zu einem Hotel gefahren, in dem Ihr Euch ein wenig ausruhen und frisch machen könnt, denn auch wer im Bus geschlafen hat, es ist nicht unbedingt erholsamer Schlaf! Den restlichen Tag verbringen wir dann so wie Ihr es wünscht, beispielsweise mit einer Stadtführung, dem Besuch eines Diamantenschleifers samt sämtlicher Erklärungen, einem Brasilien-Trip, einem Wasserfall-Bad in der Gran Sabana oder ich leihe Euch auch gerne eine Hängematte zum Relaxen. Am Abend gehen wir dann gemeinsam eine Pizza essen oder wir legen ein paar Steaks bei uns zuhause auf den Grill. Beides dient der Sättigung, Vorrang hat jedoch das gegenseitige Kennenlernen! Im Anschluss zeige ich Euch noch Gold und Diamanten. Das ist eine richtige Show, in der Ihr alles Wichtige über Gold und Diamanten erfahren werdet! Es gibt Diamanten, Indikatoren, Minengold, Nuggets, Quecksilber, Zapatagold und Gold in wunderschöner kristalliner Form zu sehen. Ich erkläre Euch, wie Gold und Diamanten entstanden und wo und wie sie heute zu finden sind, weshalb "Karat" bei Gold eine Reinheitsangabe, aber bei Diamanten die Gewichtsangabe ist. Weswegen ein Rohdiamant mindestens 50% seines Gewichtes beim Schliff verliert und weshalb der Minero (Minenarbeiter) bei den ansässigen Diamantenankäufern für einen sehr guten Stein von zwei Karat  (Farbe River, beste Form, ohne Einschlüsse) nur 700$ bekommt, obwohl genau dieser Diamant als geschliffener Brillant (klassischer Schliff) mit zirka einem Karat für 10.000 Euro in Europa verkauft wird! Na ja - alles solche Dinge eben... Profundes Wissen mit dem kein normaler Tourist in Venezuela je in Kontakt kommen wird.


2.Tag: Frühzeitige Abfahrt! Ich richte mich hier nach Euch, bzw. nach dem Rumkonsum des vorhergehenden Abends... Schon die Fahrt ist abenteuerlich, in der Trockenzeit ist es sehr staubig, in der Regenzeit schlammig und rutschig. In jeglichem Zustand ist die Piste relativ schlecht zu befahren. Die reine Fahrzeit bis zum Tagesziel beträgt somit bei trockener Piste ca. 2 ½ Stunden. In Campo Grande, noch in der Savanne, kurz nachdem der Asphalt aufhört, halten wir an und bei bester Sicht auf den schon sagenumwobenen Chirikayen hört Ihr die Geschichte vom bekanntesten Goldfieber des Landes. Es wird die erste von ein paar Dutzend solcher Storys  in den folgenden Tagen sein... Ein Großteil der Piste verläuft aber auch quer durch ein richtiges Dschungel-Gebiet, welches die enormen Regenwälder Venezuelas und Brasiliens verbindet! Falls es möglich ist, besuchen wir in Las Agallas einen Diamantentaucher; um ihm bei der Arbeit zuzusehen; angehalten wird sowieso, da genau hier (neben der halb im Fluß versunkenen Brücke) im Jahr 1999 ein Aufsehen erregendes Diamantenfieber ausbrach und die Reste dieser Mine noch gut erkennbar sind. Ankunft im Camp und Kennenlernen unserer Nachbarn  (noch ursprünglich lebende Pemon-Indianer und ein paar urige Goldsucher!). Da wir mit den Pemones fast unter einem Dach schlafen, ist dies eine äußerst seltene Chance, Sozialverhalten und Arbeitsleben von Indianern zu studieren - ohne das jenes gestellt ist. Nach einem Lunch vom Feinsten wandern wir eine gute halbe Stunde durch den Dschungel (in dem auch die berühmten Minero-Vögel pfeifen!), um eine relativ große, illegale Mine zu besuchen. Ich erkläre Euch haarklein wie alles funktioniert.(Schon öfter hatte ich hier mit Touristen die Möglichkeit gute Diamanten aufzukaufen!)
Nun wird es Zeit Essen zu kochen - der Speiseplan wird schon in Santa Elena abgesprochen! Tja, und nach dem Essen? Jeder, der es möchte, bekommt eine gute Taschenlampe, und wir sehen uns den Urwald bei Nacht an! Wer so etwas noch niemals getan hat, der wird unvergeßliche Eindrücke mit nach Hause nehmen! Die Schrotflinte schleppen wir aber nur der Sicherheit wegen mit - nicht um einer Wildsau den Schädel wegzupusten! Nach einer reichlichen Stunde sind wir zurück - völlig durchgeschwitzt. Danach sollte ein Feuerchen brennen und der Rum eiskalt sein... Geschlafen wird in Hängematten mit Mosquitonetz oder wahlweise in Zelten.

3.Tag: Wir werden geweckt durch Rufe der Tukane, Amazonen, dem Gestreite der schwarz-gelben Webervögel (Oro pendula), dem Gesang dutzender Kleinvögel und dem Duft von frisch gebrühtem  brasilianischen Kaffee. Heute morgen kommt es auf 's Wetter und der damit verbundenen Sichtverhältnisse an, ob wir zuerst zum hochgelegenen Salto La Vaca kraxeln (beste Fernsicht - ganze Tafelbergmassive in 200 km Entfernung sind erkennbar!) oder in aller Ruhe zum Salto Catedral spazieren. Bei ersterem sind noch gut die Dynamit-Sprenglöcher aus den fünfziger Jahren zu erkennen, und es gibt eine Stelle, wo man Doppelender-Quarzkristalle (auf Spanisch: Casi-Casi, da sie fast schon Diamantenform haben) unter und neben den hartgesottensten Baum- und Boden-Orchideen der Welt findet. Bei letzterem besteht in den ersten Stunden des Morgens die Möglichkeit, die knall-orangen Felsenhähne zu beobachten. Bad unterhalb des Salto La Gruta (Gruta = Grotte). In eben dieser Felsspalte zogen Generationen von Puma-Weibchen ihre Jungen auf, bis es dort zu viele Goldsucher hatte.  Der Abstieg zu diesem Salto ist nicht für ältere Herrschaften geeignet, da es sehr steil ist und über feuchtbewachsene Felsen führt. Mittagessen und längere Pause unter irgendeinem Baum - von denen es nicht allzuviele in der Savanne gibt. Dann (wenn es wieder unter 30 Grad hat) gehen wir für 2-3 Stunden Gold waschen. Es geht dabei nicht darum, den großen Diamanten oder Gold in Nuggets zu finden! Das ist ohne Vorbereitung und ohne Vorarbeit sowieso ein Ding der Unmöglichkeit (obwohl es Ausnahmen gibt!). Ihr sollt nur den Umgang mit den Sieben und der Goldwaschschüssel lernen. Fallen dabei ein paar Krümel Gold an, ist das ja eine schöne Erinnerung zum Mitnehmen für Euch! Am späten Nachmittag trinken wir erst einmal ein eiskaltes Bierchen an einer typischen Bodega eines Goldsucher-Dörfchens... Mit Gelassenheit und Glück erlebt man an solchen Orten, wie Mineros von weither angelaufen kommen, um ihre Tagesproduktion an Gold und Diamanten zu verkaufen, bzw. sie gegen Lebensmittel zu tauschen. Naturalien gegen Naturalien! Dort draußen leben Leute, die oft jahrelang keinen Geldschein in der Hand hielten! Doch sie leben gut - und vor allem leben sie mit sich und ihrer Umwelt in absolutem Frieden!
4.Tag: Starker Kaffee und deftiges Dschungel-Frühstück! Nur mit Tages-Rucksack belastet durchfahren wir El Paujì (El Pauchie - das ch wie bei Rauch), in dem ein Stop eigentlich nicht mehr lohnt, denn auch die Hippies sind alt geworden... Wir fahren so weit, wie es der Zustand der Piste zuläßt!
Aufstieg zum Abismo - es gibt einen kurzen steilen und einen längeren sanften Weg, welcher eineinhalb Stunden durch den Orchideenwald führt! (Falls Interesse an Vogel-Beobachtung besteht, kann für diesen Tag ein Profi-Ornithologe mitgenommen werden. Mit ihm liegt die Wahrscheinlichkeit einer Felsenhahn-Sichtung bei 90%!)
 “Abismo” bedeutet Abgrund. Und genau so ist es auch. Nach kurzer Schinderei oder längerem Bergwanderweg und der Plattform-Überquerung oben, steht man an einem Aussichtpunkt, an dem die Savannenvegetation (teilweise schon tafelbergtypisch!) aufhört und gut 300 Meter tiefer urplötzlich der Regenwald anfängt. Der geht nicht etwa nur soweit wie man schauen kann, dieser erstreckt sich in gerader Linie nach Süd-West etliche tausend Kilometer!! Es ist eben der größte Urwald unserer Erde - und wir stehen an einem seiner nördlichsten Zipfel über ihm! Selbst wer jedes Wochenende auf den höchsten Alpengipfeln herumklettert und beste Fernsicht bei kalt-klarer Luft gewohnt ist, wird begeistert sein von dem, was sich dort vor ihm auftut! Dieser einzigartige Panoramablick muß erst einmal minutenlang verdaut werden...- die Augen sehen... doch das Hirn braucht echt ´ne ganze Weile, um mit dem Begreifen anzufangen! Solche optischen Signale wurden noch nie gesendet - soviel Grünzeug auf einem Haufen..., ohne Kontraste und ohne Größenvergleiche (auch 70 Meter hohe Überständer gehen in der Millionen Tonnen schweren Chlorophyllmasse unter ohne optisch anzuecken!)  - zu ungewohnt, noch nie gesehen. Jedoch ist der bestgemeinteste Versuch einer Beschreibung sinnlos, da es Dinge im Leben gibt, welche einfach nicht beschreibbar sind - die muß man erleben!
(Eine zusätzliche Tour da hinunter in den brasilianischen Regenwald ist grundsätzlich möglich, doch es bedarf einer längeren Vorlaufzeit, um meine indianischen Führer, Helfer, Träger und einen Fahrer allein terminmäßig unter einen Hut zu bekommen!)

Beim geruhsamen Abstieg der Steil-Variante bieten sich vielfältige Gelegenheiten Euch einige Biologie-Taktiken (samt Symbiose- und Mimikrybeispiele) des Urwaldes vorzustellen.
Weil es eh auf dem Weg liegt (nur bei Kauf-Absicht!) besuchen wir den bedeutendsten Honigproduzenten der Gran Sabana (Killerbienen-Honig!). Später halten wir am Haus eines Hippie-Künstlers. Er schnitzt aus den typischen laterithaltigen Steinen der Flüsse Figuren. Es lohnt wirklich, ihm für 10 $ ein Andenken an diese Gegend abzukaufen. Das ist echte Handwerkskunst und kein Kitsch! Den Weg vom Auto bis zum Pozo Esmeralda findet Ihr dann ohne mich, nach 3 Minuten ist man unten. Während Ihr Euch abkühlt, mache ich etwas zum Futtern...
Nun kommt es darauf an, wie spät es geworden ist... Es wird die heißeste Mittagszeit sein - vielleicht so gegen 13 Uhr, bei reichlich 30° C im kühlen Schatten. Wenn es welchen hat... Das ist genau der Zeitpunkt, Euch die Frage zu stellen, was jetzt für Euch am interessantesten ist. Nochmal Gold und Diamanten waschen? Noch’n Wasserfall...? (Es stehen noch einige zur Verfügung!) Die meisten Leute sagen dann aber: "Eher nicht, es reicht, wir sind müde... - Richtung Santa Elena." Alles so wie Ihr das wünscht. Aber: Einige Stops unterwegs müssen sein! Das Fotolicht eine Stunde vor Sonnenuntergang läd geradezu ein, von der Gegend einen Panorama-Streifen zu filmen und ich kenne einige Stellen, wo Tukane nach ihren Weibchen rufen. Und selbst auf der Rückfahrt werdet Ihr von mir noch alle bis dahin nicht erzählten Geschichten zu hören bekommen, bis ich die ausdrückliche Aufforderung höre: ,Franco - Schluß, Aus, Ende!'

Wenn bei allen Leuten ein verhaltenes Goldfieber ausgebrochen ist, kann die Tour selbstverständlich um einem Tag verlängert werden, an dem wir nur in der Mine arbeiten. Wir ganz alleine!

Interesse ? Dann gleich hier mit mir in Kontakt treten!

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